Häufige Fragen

An dieser Stelle beantworten wir Fragen, die immer wieder in den Kursen zur Pflanzenkohleherstellung auftauchen – von A wie Anfeuern, bis Z wie Zerkleinern der Kohle. Habt ihr weitere Fragen? Dann gerne per Mail an uns, und wir beantworten sie an dieser Stelle.

Rechtliche Fragen

 Diese Frage ist rechtlich nicht beantwortet. Das Herstellen von Pflanzenkohle an sich ist nicht verboten, aber es greifen kommunale (z.B. Feuerschutzverordnungen, Gartenrechtliche Regelungen, Feinstaubverordnungen, etc.) und bundesrechtliche Vorgaben (Immissionsschutzgesetz, Abfallgesetz, etc.). Das bedeutet, wer Pflanzenkohle herstellen möchte, sollte auf jeden Fall in seinem Umfeld prüfen, ob es Vorbehalte von Nachbarn, Anwohnern oder Behörden gibt. Das Abklären mit Nachbarn, Vereinsvorstand etc. sollte immer erfolgen. Selbst wenn man Recht hat, ist es schöner, es nicht einfach durchzusetzen, sondern im Einklang zu handeln.

Man könnte den Standpunkt vertreten, dass nicht, denn es findet eine Verkohlung statt. Das heißt, ein Kon-Tiki ist eher ein Grill als ein Lagerfeuer und schon gar keine Feuerschale. Im Zweifel sollte man sich hier auf die "Zusatzfunktion” als Grill berufen

Ja. Der rechtliche Rahmen von Pflanzenkohle ist komplex. Die deutsche Düngemittelverordnung lässt “Holzkohle” mit gewissen Einschränkungen zu, jedoch ohne spezifische Schadstoffgrenzwerte, z.B. für den Einsatz in Substraten, wie Blumenerden. Ursprünglich war dies vor allem für Graberden gedacht, die möglichst schwarz sein sollen. Über diesen Weg finden Bodenaktivatoren mit Pflanzenkohle als Terra Preta-Blumenerden den Weg in den Handel. Die EU-Düngeproduktverordnung lässt Pflanzenkohlen aus fast allen Biomassen zu, doch muss jedes Produkt ein aufwendiges Zulassungsverfahren durchlaufen. Sowohl die deutsche als auch die EU-Verordnung betreffen allerdings nur Materialien, die verkauft (“inverkehrgebracht”) werden. 

Es handelt sich offiziell um ein offenes Feuer. Da ein Grill letzten Endes auch nicht abgedeckt wird aber gemeinhin als sicher angesehen wird, hilft hier das sich Berufen auf die Grillfunktion. Entsprechende Abstände sind immer, bei jeder Art Verfeuerung einzuhalten.

Umweltfragen

Ja, bei der Pyrolyse entstehen unter anderem Kohlenmonoxid, Methan und auch organische Verbindungen sowie Feinstaub. Deswegen ist es sehr wichtig, eine hohe Temperatur im Pyrolyseofen zu halten, damit ein sicherer Abbrand der entstehenden Stoffe gewährleistet ist, diese zu ungefährlicheren Verbindungen verbrennen können und keine Schadstoffe in der Pflanzenkohle landen. 

Das Löschwasser wird auch Quenschwasser genannt. Es ist alkalisch und durch die Kohle gefiltert sehr sauber. Es kan aufgefangen, und dann für das Ansetzen von Pflanzenjuachen genutzt werden. Ansonsten darf es in der Kanalisation entsorgt werden.

Bei jeder Verbrennung von organischem Material entstehen PAK. Bei der fachgerechten Pyrolyse im Kon-Tiki sind diese aber nache der Nachweisgrenze und in einer Menge, die unter allen Grenzwerten liegt. Eine Analyse auf PAK in einem Labor empfiehlt sich aber immer, wenn man das erste Mal pyrolysiert hat, um sicher zu gehen, dass die Kohle unbedenklich ist.

Technische Fragen

Bei Grillkohlen ist nicht klar, aus welchen Ausgangsstoffen und bei welchen Temperaturen sie hergestellt wurden. Das ist problematisch, weil dementsprechend auch nicht klar ist, inwiefern sie mit Schadstoffen belastet sind. Die Grillkohlehersteller gehen davon aus, dass die Kohle vollständig verbrannt wird und achten nicht auf Schadstofffreiheit. Deswegen sollte auf keinen Fall Grillkohle ins Beet oder den Boden ausgebracht werden. Häufig werden diese Kohlen zudem aus tropischen Hölzern hergestellt und über weite Strecken transportiert, was ganz und gar nicht nachhaltig ist.

 

Der Begriff Pyrolyse leitet sich aus dem altgriechischen „pyr“ für Feuer und „lysis“ für (Auf-) Lösung ab und bezeichnet grundsätzlich Umwandlungsprozesse, bei denen organische Verbindungen unter hohen Temperaturen (meist über 400 °C) und unter weitgehendem Ausschluss von Sauerstoff gespalten werden. Durch den Sauerstoffmangel wird eine vollständige Verbrennung verhindert. Pflanzenkohle ist das feste Produkt der Pyrolyse von Biomasse. Der Prozess läuft folgendermaßen ab: Bei Temperaturen bis 100 Grad Celsius verdampft das Wasser aus der Biomasse. Bei höheren Temperaturen werden organische Moleküle umgewandelt und gespalten. Kleine Moleküle gehen in die Gasphase über. Diese Gase sind gut brennbar. Die brennenden Gase bilden im Pyrolyseofen (manuelle Kleinanlagen wie Kon-Tiki) das Feuer bzw. der Flammenteppich, der die darunterliegende Biomasse erhitzt. In der industriellen Pyrolyse werden diese Gase kontrolliert verbrannt und damit zur Wärmeerzeugung genutzt – hier gibt es verschiedene Anlagenkonzepte, wie die Wärme wieder in den Pyrolysereaktor zurückgeführt wird.

Die entweichenden, leicht brennbaren Moleküle enthalten verhältnismäßig viel Wasserstoff und Sauerstoff. Damit nimmt der Gehalt dieser Elemente im Feststoff, also der späteren Pflanzenkohle, ab. Kohlenstoff wird folglich (relativ betrachtet) in der Pflanzenkohle angereichert (siehe auch Kapitel 2.2.2.).
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Während des Pyrolyseprozesses entstehen durch eine Vielzahl an chemischen Reaktionen “pyrogene”, also im Feuer entstandene Kohlenstoffverbindungen. Denn obwohl ein Stück Kohle noch die physikalische Struktur der ursprünglichen Biomasse aufweist, wurde sie aus chemischer Perspektive vollständig umgewandelt.

Zur groben Veranschaulichung der Pyrolyse kann ein Streichholz dienen. Auch hier entsteht durch die Zündung eine sehr hohe Temperatur, die das Gas aus dem Holz treibt und entzündet. Durch die Flamme, die um das Holz herum brennt, gelangt sehr wenig Sauerstoff an das Holz, welches dadurch erstmal nur verkohlt und nicht verbrennt. Zurück bleibt ein Stück Pflanzenkohle.

Grundsätzlich ja. Es kursieren im Netz verschiedenste Anleitungen und Ideen. Mit den meisten Selbstbaugeräten wird man eine gute Pflanzenkohle herstellen können. Aber: wenn die Ausgangsmaterialien für den Eigenbau Beschichtungen oder Stoffe enthalten, die durch Hitze gelöst werden und in die Kohle übergehen können, dann sollte man unbedingt darauf verzichten. Es sollte darauf geachtet werden, dass Stahlbehälter keine Chrom- oder Nickelverbindungen oder andere Zusätze aufweisen, sprich ein unedler, einfacher Stahl verwendet wird. Noch einfacher und stofflich unbedenklich ist die Nutzung eines kegelförmigen Erdloches. Mindestens einmal sollte eine Probe der Kohle ins Labor geschickt werden, um sicherzustellen, dass man keine schadstoffbelastete Kohle hergestellt hat.